Geländebau

Geländebau

Der Geländebau wird heute durch eine riesige Auswahl an Materialien von ebenso vielen Herstellern erleichtert, oder eben auch erschwert. Denn welches material wann das richtige ist, ist manchmal unmöglich zu entscheiden. Da ich selber noch keinen Geländebau gemacht habe, kann ich auch keine eigene Erfahrung einbringen. Trotzdem gibt es ein paar Dinge zu klären, die ich hier aufzeige.

Anders als beim Vorbild, wo ja zuerst das Gelände und dann die Bahn kam, ist es bei der Modellbahn ja gerade umgekehrt. Zuerst wird die Gleisanlage erstellt, und dann ein Gelände darum. Gerade deshalb ist es wohl wichtig, sich bereits bei der Planung der Gleise auch Gedanken zum Gelände zu machen, nur so kann ein überzeugender und harmonischer Eindruck entstehen. Wenn man also weiss, wo welcher Hügel, Berg, Felswand, Mauer, Brücke, Bach, Strasse, Haus, Wald, usw. hin soll, geht es an die Schaffung des dafür nötigen untergrund.
Dabei gibt es wohl 2 klassische Arten zu bauen, jede hat so ihre Vor- und Nachteile. Die sicher am meisten verwendete ist jene mit Drahtgitter und geeigneter "Verkleidung". Die andere, etwas teurere wird mit Schaumstoffplatten sein. Natürlich ist es auch möglich und manchmal sogar sinnvoll, die beiden Methoden zu mischen. 

Drahtgitter

Vornweg, es gibt auch andere Mittel als Drahtgitter. Die Methode als solches ist aber identisch.

Mit geeigneten Methoden wird grob der Geländeverlauf definiert. Das kann über entsprechend gesägte Holzteile sein, die eine Kontur vorgeben. Oder über ganze Geländespanten, die nur noch über Querstege in Kontur verbunden werden. Es gibt sogar von Herstellern Holzstäbe und Verbindungsteile um die Geländeform grob zu gestalten.
Wie auch immer, darüber kommt dann ein Drahtgitter oder spezielles "Papier". Damit wird die Geländekontur weiter verfeinert und bildet gleichzeitig die Grundlage für den Weiterbau. Das Gitter oder Papier kann beispielsweise aufgetackert werden oder auch geklebt werden.

ACHTUNG! Auf folgendes muss unbedingt geachtet werden: Sowohl Drahtgitter wie auch Tackerklammern können rosten. Und da Gips bzw. Gipsbinden mit Wasser aufgebracht werden, passiert das manchmal. Solche rostenden Gitter oder Tacker sind dann plötzlich durch eine Wiese sichtbar. Unschön.

Besser ist es, Aluminium Gitter oder Kunststoffgitter zu verwenden und anstelle von Tackerklammern die Gitter mit Heisskleber aufzubringen. Das braucht zwar ein paar Stützen mehr, aber es gibt keine Rostflecken.

Schaumstoffplatten

Mit dieser Methode wird durch aufeinanderkleben von ausgeschnittenen Stücken aus Platten die Geländeform grob vorgestaltet. Anschliessend kann die entgültige Form durch ausschneiden, raspeln oder mit dem Heissdrahtschneider herausgearbeitet werden. Dies gibt normalerweise eine rechte Sauerei, ein Staubsauger erleichtert das die Arbeit erheblich.

Der Vorteil dieser Bauweise ist die Leichtigkeit der Platten mit gleichzeitig grosser stabilität der aufeinander geklebten Platten. Aus diesem Grund wird diese Bauweise oft bei Modulen angewendet, da diese doch immer wieder transportiert werden müssen. Auch lassen sich die Formen recht gut herausarbeiten.
Ein Nachteil ist sicher der höhere Preis. Die Platten sind nicht günstig und allenfalls werden viele benötigt. 

Zur Verwendung kommen nicht die weissen Styroporplatten, diese sind viel zu grobkörnig und lassen sich auch schlechter verarbeiten. Besser geeignet sind Styrodur Platten (meist hellblau oder rosa) und viel feinporiger. Geklebt können die Platten meistens mit Weissleim, auch andere, Löungsmittelfreie Kleber sind geeignet.

Geländehaut

Nachdem die Geländeform ungefähr vorgegeben ist, kommt ein Überzug (Geländehaut) aus Gips, Gipsbinden oder auch mit Fischkleister angerührten Zeitungsstreifen. Wichtig ist nicht zu dick auftragen damit das ganze auch Durchtrocknen kann. Lieber zwei-/dreimal Lagen aufbringen.
Wer mit Gips arbeitet, kann diesen bereits etwas einfärben. Ein leicht brauner Farbton eignet sich für Wald oder Wiesen, ein leicht grauer Farbton eher für felsige Gegend. Natürlich kann das ganze auch erst nach dem trocknen eingefärbt werden. Einfach sicher machen, denn ausser für eine Winterlandschaft taugt der doch recht weisse Gips als Untergrundfarbe nicht.

Beim verarbeiten auch unbedingt darauf achten, dass sich das Holz der Gelände oder Trassekonstruktion nicht mit Wasser vollsaugt. Holz kann dadurch kaputt gehen, vorallem billiges Sperrholz oder Spanplatten. Allenfalls vor dem aufbringen des Gitters mit einer Grundierung vorsorgen.