Mittelleiter im Schattenbahnhof

Das Märklin Mittelleiter Gleis ist ja nicht gerade günstig zu bekommen. Wenn man dann noch einen grossen Schattenbahnhof bauen will, so kann das ganz schön ins Geld gehen.
Aus diesem Grund habe ich eine Möglichkeit gesucht, meine rund 100m im Schattenbahnhof möglichst günstig zu bauen. Mit der hier gezeigten Lösung bin ich etwa halb so teuer wie mit Original Gleisen und der Mehraufwand an Arbeit hält sich in Grenzen.
Die Grundidee bestand darin, ein möglichst billiges Flexgleis zu nehmen und dann einen Mittelleiter für die Märklin Loks selber zu bauen. Da der Schattenbahnhof sowieso nicht eingesehen werden kann, spielt es keine so grosse Rolle, wie das am Schluss aussieht. Als Mittelleiter verwende ich ein Schienenprofil von Tillig, welches als Meterware bestellt werden kann.
Die alten Roco Gleise haben in etwa die gleiche Profil Höhe wie die Märklin Schienen. Hier sollte wirklich darauf geachtet werden, dass die Profile die gleiche Höhe haben, sonst laufen am Schluss die Radkränze auf den „Gleisklammern" auf.


Die Flexgleise werden wie üblich verlegt und anschliessend etwa alle 20cm eine Messing Schraube mit Flachkopf (wichtig) zwischen die Schwellen geschraubt. Und zwar so weit hinein, dass der Flachkopf etwa auf Schwellenhöhe liegt.
Anschliessend werden die Messingschrauben verzinnt. Dazu muss ein ausreichend starker Lötkolben (ca. 60W) verwendet werden. Um ein zu starkes schmelzen der Kunsstoffschwellen zu vermeiden, sollte das verzinnen schnell gehen.

Da die Tilliggleise nicht sonderlich gut zu löten sind (brüniert), habe ich Schienenverbinder auf die Messingschrauben gelötet. Das hat ausserdem den Vorteil, dass sich die Mittelleitergleise in Längsrichtung bewegen können, so dass es keine Verwerfungen gibt.
Als Schienenverbinder sind diejenigen von Fleischmann gut geeignet, da diese ebenfalls aus Messing sind und gross genug, um dem eingezogenen Mittelleitergleis etwas Spiel zu lassen. Ausserdem habe ich die Schienenverbinder in der Mitte getrennt, das ergibt doppelte Menge bzw. halber Materialbedarf und reicht für die gewünschte Festigkeit allemals aus. Wenn die ganze Länge des Gleises so vorbereitet ist, kann das Tillig Gleis eingezogen werden.

Für die Stromzufuhr habe ich an den Enden bzw. zwischen zwei Teilen einen ROCO Schienenverbinder verwendet. Daran einen Draht angelötet und links und rechts mit der Zange leicht gequetscht stellt er ausreichend Verbindung her, um den Strom zuverlässig einzuspeisen. Durch die länge der Tilliggleise von ca. 1m ergibt sich somit eine Einspeisung alle 1m, was mehr als genügt. Dort, wo der Selbstbau Mittelleiter zum normalen Märklin K-Gleis übergeht, habe ich das Tillig Gleis leicht nach unten gebogen.
Abschliessend mit dem ROCO Gleisrubber noch die brünierte Oberfläche des neuen Mittelleiter abreiben, das ergibt wesentlich besseren Kontakt zum Schleifer.
Bisher habe ich keinerlei Kontaktprobleme, alle Loks fahren problemlos. Pro geradem Gleismeter muss mit ca. 5-10 min Aufwand gerechnet werden, in den Kurven etwas mehr, da das Tilliggleis leicht vorgebogen werden sollte, um Spannungen zu vermeiden. Auch lohnt es sich, in Kurven den Abstand von Schraube zu Schraube etwas zu verringern.
Ein Nachteil soll trotzdem nicht verschwiegen werden: Es gibt Loks bzw. Schleifer, welche beim langsamen befahren zum schwingen und damit zum leichten pfeiffen neigen. Das sind nicht nur Märklin-Schleifer, sondern auch ROCO Flüsterschleifer. Mich stört es nicht, in meinen Ohren ist Bahn immer etwas „laut", auch im original. Ausserdem wird der Schattenbahnhof später mit einem Vorhang abgedeckt, was wiederum etwas dämpft.
Material:
• ROCO Flexgleis Gleis 44100 bzw. 44000 (oder auch PECO)
• Fleischmann Schienenverbinder (gross H0, Messing)
• Tillig Gleis
• Messingschrauben 2.3x16mm (je nach Holz und Unterlagsdicke)